| 23.07.2001,
Fencing in New Haven
In
New Haven drohten Wolken, aber ich war mir nicht sicher, ob sie nicht sowieso
vorbeiziehen würden. Für alle Fälle (schliesslich war New
Haven ein „Nick-irgendwas-unangenehmes-wird-passieren-Place“) packte ich
meinen australischen Slicker und eine Jeansjacke, in die ich Draht, Handschuhe
und Zange wickelte, auf Foxys Sattel. Ich ritt um Jo Anns Loghaus herum,
aber ich sah niemanden und war schon fast vorbei, als sie mich rief. Ich
kehrte um und sagte Hallo, wir begannen sofort zu quatschen, und sie lud
mich zu Kool Aid und Kuchen ein, was ich für diesen Moment dankend
mit einem "We didn’t even start!“ ablehnte, aber wenn ich zurück käme
würde ich gerne auf ihre Einladung zurück kommen.
Dann
begann die Arbeit, ich ging durch das Gate, ritt die ersten Meter nach
links ab und dachte „das wird ein easy-Job!“, als ich schon die erste Stelle
erreichte, die etwas Draht brauchte. Ab da stieg ich alle zwei Minuten
ab, fixte, ritt weiter. Die Zange baumelte inzwischen an einem Lederstreifen
am Sattel und den Draht hatte ich über den Sattelknauf gehängt
- es lohnte sich kaum alle fünfzig Meter die Tools aus der Jeansjacke
herauszuwickeln. Nach kaum einer Stunde gingen mir die Nägel aus,
ich ritt nur noch den Zaun ab, stellte fest, dass ich eine Menge Nägel
brauchen würde, reparierte hier und da mit Draht, fand zwei Stellen,
wo der Zaun so sehr down war, dass ich wahrscheinlich Hilfe, auf jeden
Fall aber mehr Material brauchen würde, und beobachtete etwas besorgt
die Wolkenfront, die sich näherte. |
Foxy
war einfach perfekt. Ruhig, gelassen, wartete auf mich, machte keinen Terz
- Klasse-Pferd!
Ich
krauchte gerade wieder auf dem Boden herum, um einen Zaun hoch zu ziehen
und zu fixieren, als mich die ersten Regentropfen trafen. Zeit den Slicker
anzuziehen ...
Die
Regentropen wurden mehr, der Zaun war an dieser Stelle repariert, also
stieg ich wieder auf, damit mein schöner Sattel nicht nass wurde.
Mehr Regen. Wir waren gerade in einem Canyon zwischen einigen Bäumen
- kein schlechter Platz, dachte ich, als die Donnerschläge immer schneller
auf die Blitze folgten. Wir drehten uns gegen den Wind und ließen
Regen, Hagel und Wind auf unsere Rücken prasseln. Und während
der nächsten halben Stunde, in denen Wasser und Eisklümpchen
an uns herunterliefen, dachte ich an drei Dinge:
1.
War doch klar, dass das passierte - dies hier war Nicks Place! Und ich
musste furchtbar darüber lachen. Blutverschmiert, ölbespritzt,
von Mücken zerbissen, halb verdurstet, mit Matsch beschleudert - warum
also heute nicht etwas Hagel und Gewitter?
2.
Mein Paint Foxy war jeden Penny, den ich für ihn bezahlt hatte, zehnfach
wert.
3.
I love this country!
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