27.02.2000,
Lake Ranch, Wyoming - Calamity Jane is back
Gegen halb acht klopfte
es an der Tür von meinem Motelzimmer.
"What's going on?" rief
ich.
"I'm from the office. You
got a message!"
Verschlafen schlurfte ich
zur Tür. Die Frau von der Rezeption drückte mir einen Zettel
mit einer Telefonnummer in die Hand und sagte, dass die Lake Ranch schon
mehrfach versucht hatte, mich anzurufen, aber ich würde nicht abnehmen.
Kein Wunder, mein Notebook hing noch an der Telefonleitung, ich hatte das
Telefon nicht wieder eingestöpselt, weil ich eh keine Anrufe erwartete.
Ich
rief sofort bei der Lake Ranch an. Gregg war am Telefon.
"Hey - how did you find
me?" fragte ich verblüfft.
"I'm smart! There is only
one motel in Hulett ..."
Stimmte!
Er hatte meinen Zettel gefunden,
aber nicht gewußt, wer ihn geschrieben hatte. Aber meine Nachricht
auf dem Anrufbeantworter konnte er abhören, darum wußte er,
dass ich in Hulett war. Er war also doch nicht zu Linda nach South Dakota
gefahren, sondern - ganz schön blöd von mir - tatsächlich
in dem Saloon in Hulett gewesen - mit Bart!
Wir verabredeten, dass ich
in anderthalb Stunden auf der Ranch sein würde, er musste dann nach
Oshoto fahren, um dort einige Rinder zu füttern.
Strahlender Sonnenschein,
aber eisig kalt, ich machte mir Sorgen um mein Kühlwasser. Das Antifrost-Zeug
lag noch im Wagen, ich war zu faul gewesen, es einzufüllen, nun suchte
ich erst mal den Ausgleichsbehälter und füllte ihn mit dem grünen
Zeug.
"You would love to be back
home right now, won't you?" sprach mich eine Frau an, die den Wagen neben
mir belud.
"Oh no! If I would be home,
I would be in Germany - but I love America!" verneinte ich nachdrücklich.
"I just saw your license
plate" meinte sie und zeigte auf meine Nummernschilder aus Arizona.
Daran hatte ich gar nicht
gedacht. "Yeah, THIS is true!"
Hulett war wirklich ein
Kaff, im Motel gab es keinen Kaffee, und die Tankstelle hatte geschlossen,
also mußte ich es ohne meinen morgendlichen Coffeinschuss bis zur
Ranch schaffen.
Der erste Teil der Straße
war inzwischen geräumt worden, nur die letzten drei Meilen zur Ranch
waren immer noch zugeschneit. An der Ranch wurde ich von den Pferden begrüßt,
die gerade den Hügel hochkamen. Sehr lästig; da es meine Hupe
nicht tat musste ich mehrfach austeigen, um sie von der Straße zu
scheuchen. |

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| An der Ranch erwartete mich
ein bärtiger Greg. Wir hielten ein Stündchen Schwätzchen,
während ich meinen Kaffee und er sein Bier trank, dann brachen wir
nach Oshoto auf. Monte hatte dort einige Hektar Land gepachtet, wo ca.
160 seiner Kühe lebten. Wir fütterten die Tiere mit drei von
diesen riesigen Rundballen Heu, die wir einfach mit einem Stahlseil an
den Pick up banden und hinter uns her auf einen Hügel zogen. Dort
öffneten wir den Ballen und rollten ihn den Hang hinab, so dass sich
das Heu ihn einer langen Bahn verteilte. |
Danach
fuhren wir zurück in Richtung Lake Ranch, unterwegs hielten wir am
"Fort", ein kleines Restaurant mit Kiosk direkt neben der Abzweigung zum
Devils Tower. Wir bestellten uns ein Steak, tranken Bier und kamen mit
einem Pärchen ins Gespräch, das am Nachbartisch saß. Gregg
erzählte von der Ranch und schwärmte von der wunderschönen
Landschaft dort und dem Blick auf die Rückseite des Devils Towers,
der Touristen normalerweise verwehrt ist.
Schließlich lud er
das Pärchen aus Gilette ein, mit zur Ranch zu kommen, um sich das
Ganze anzusehen. Also beluden wir unseren Pick up mit Tracy, Don und zwei
Sixpacks Budweiser und fuhren zur Lake Ranch, wo Gregg den beiden stolz
die Aussicht auf Devils Tower und die Ranch samt neuem Gästehaus zeigte. |

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Zurück am "Fort" waren
dann noch ein paar Bier fällig, draussen wurde es dunkel. Nicht mehr
ganz nüchtern brachen wir schließlich zur Ranch auf, wo ich
mich in einem der alten Gästezimmer im Ranchhaus häuslich einrichtete.
Ich suchte mir ein paar Möbel aus den umliegenden Räumen zusammen,
Gregg hatte mir erzählt, dass Monte die anderen Möbel vor zwei
Tagen mit zu der neuen Ranch genommen hatte. Zimmer mit eigenem Bad - das
war echter Luxus für mich!
In den nächsten Tagen
sollte Linda zur Ranch kommen, dann wollten wir die Rinder, die zur Zeit
bei Oshoto waren, zur Lake Ranch bringen. Quer durchs Land waren es nur
ca. sechs Meilen, mit dem Pick up mussten wir fast zwanzig Meilen über
Schotterweg dorthin fahren.
Cattle Drive mit hundertsechszig
Kühen - das würde ein Spass werden! |
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