01.03.2000, Lake Ranch - Verladetag
 
Wir hatten uns mit Shannon, der die Rinder mit seinem LKW zur Kara Creek Ranch bringen sollte, für acht Uhr morgens an den Verladekorrals verabredet. Tatsächlich wachten die Männer gerade auf, als ich frisch geduscht in die Küche kam. Nach einem Frühstück aus Tee, Budweiser und Hot Dogs (nichts davon für mich, ich habe mich an Krügers Amaretto-Cappucchino gehalten!) fuhren wir zu den Verladekorrals, wo wir am Vortag unsere Pferde und Sättel gelassen hatten.
Unterwegs trafen wir auf Unmengen von Truthähnen. Die Hähne waren schon am balzen, ungewöhnlich früh dieses Jahr.
Die Rinder hatten wir nicht in die Korrals gesperrt, sondern auf der Weide laufen lassen damit sie grasen konnten, wir sattelten also unsere Pferde, um sie in die Korrals zu treiben. In einer halben Stunde waren alle Rinder eingesammelt, wieder mit Hilfe des futterverheißenden hupenden Pick ups.

Max
Dann begann das Beladen der Trailer - nichts, wobei ich helfen konnte, also versuchte ich nur aus dem Weg zu gehen und fror mir furchtbar einen ab. Es war eisig kalt, und ohne Bewegung drang die Kälte bis in die Knochen. Die einzige Rettung, ein Frühstücksbudweiser, verwarf ich nach einem Schluck, der mir fast den Magen herumdrehte.
Endlich waren zwei Trailer mit jeweils ca. 33 Rindern beladen, die Fahrer Shannon und Dallas brachen zur Kara Creek Ranch auf, Monte und Max folgten ihnen im Pick up, um beim Entladen zu helfen. Für Gregg und mich war die Arbeit erledigt, wir nahmen Max' Pferd wieder an die Leine und ritten zurück zur Lake Ranch.
Gründlich durchgefroren stürmten wir das Ranchhaus, wo ich die letzte Tassenpackung Amaretto-Cappucchino aufbrauchte - nun war es wirklich Zeit, Einkaufen zu gehen!
Während Gregg seinen Frühstücksrausch ausschlief fuhr ich nach Hulett zum einzigen Lebensmittelladen (Hulett population: 634). Dort deckte ich mich mit Grundnahrungsmitteln wie Kaffee (!), Eiern, Käse, Butter, Kartoffeln etc. ein, auf der Ranch gab es nämlich ausschließlich Zutaten für Hamburger und Hot Dogs. Grundnahrungsmittel Budweiser gab es in dem Laden nicht, also musste ich extra zum "Fort" fahren, um einen Karton Bud zu bekommen. Fast erwartete ich, dort Monte und Co beim Mittagsbesäufnis anzutreffen, aber ich war der einzige Kunde. 
Auf dem Rückweg kam ich an den Verladekorrals vorbei und stellte überrascht fest, dass die übrigen ca. sechzig Rinder immer noch nicht verladen waren. Also ware die Monte-Crew tatsächlich irgendwo versackt.
Zurück an der Ranch teilte Gregg mir mit, dass wir heute nicht mehr nach Oshoto fahren würden, um die Rinder zu füttern, es wäre viel zu matschig. Er wollte lieber am nächsten Tag früh morgens, wenn der Boden noch gefroren war, hinausfahren. Inzwischen war strahlender Sonnenschein und ich hatte den Matsch auf den letzten Meilen zur Ranch zur genüge genossen, darum konnte ich ihm nur Recht geben. Ich beschloß, nach einem echten Filterkaffee ein Pferd zu suchen und auszureiten, es war erst drei Uhr Nachmittags und angenehm mild. Während ich noch meinen Kaffee genoß rief Dallas an und bat Gregg, zu den Verladekorrals zu kommen, um beim Verladen der zweiten Fuhre zu helfen - Monte und Max seien (vermutlich in einer Bar ...) verschwunden. 
Ich verzichtete auf den Ausritt und begleitete Gregg. Ich war zwar keine große Hilfe, bot den Männern aber zumindest etwas Entertainment, indem ich es mir deren zweideutige Witze gefallen ließ.
Shannon und Dallas wollten noch einen Trinken gehen, wenn die Rinder abgeladen waren, und forderten Gregg und mich auf, mitzukommen. Gregg verzichtete, wahrscheinlich schreckte ihn die lange Fahrt zur Kara Creek Ranch und die Arbeit mit dem Entladen der Trailer ab. Ich wäre gerne mit einem der riesigen Trucks mitgefahren, aber irgendwe musste ich zur Ranch zurückkommen, also fuhr ich mit Gregg "heim".
Wir fütterten noch die Pferde mit den riesigen Heu-Rundballen, die wir mit einem Traktor von einem Hügel holten, dann war Feierabend. Ein typischer Ranch-Arbeitstag: zehn Stunden, von denen sechs Stunden Pause sind ... 
Lake Ranch

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Last Update: 02/2000 
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