05.03.2000, Lake Ranch - Ranchalltag
 
Schon wieder Sonnenschein und bis zu zweiundzwanzig Grad warm - ich hatte wirklich ein Wahnsinnsglück mit dem Wetter.
Trotzdem versuchte ich mich erst mal in der Küche. Ich beschloß, in Deutschland ein amerikanisches Restaurant zu eröffnen. Ich würde es "Just add water" nennen. Heute buk ich Nuss-Muffins - typisch amerikanisch. Man nehme Backmischung und Wasser ...
Monte rief an; ich hatte am Vortag erwähnt, dass ich noch mal zur Kara Creek Ranch kommen wolle um Fotos mit blauem Himmel zu machen. Er meinte, ich solle besser erst am Montag kommen. Also sattelte ich mir auch ein Pferd, um mit Gregg auf die Weide zu reiten und zu checken, ob "unsere" Kühe okay und vielleicht neue Kälber angekommen waren, etwas, was ab jetzt drei bis vier Mal täglich geprüft werden musste. "Unsere" Kühe waren alle einige Jahre alt, weswegen kaum mit Komplikationen zu rechnen war, die jungen Kühe, die zum ersten Mal kalbten, waren auf Kara Creek, wo Monte und Max nach dem Rechten sehen mussten. Die Kälber, die jetzt zur Welt kamen, waren eigentlich etwas zu früh ("unsere" hundertsechzig Kühe hatten erst drei Kälber), die meisten Kälber wurden erst Ende März erwartet. 

Nach dem Rindercheck zog es Gregg zurück zur Ranch, wo sein Pick up "Blacky" auf eine Fahrt zum "Fort" wartete - Budweiser war aus ...
Ich ritt in die entgegengesetzte Richtung und checkte die Tore einer Weide, auf die wir in den nächsten Tagen die Pferde bringen sollten. Tatsächlich fand ich ein offenes Gate, das ich aus dem Schnee buddeln musste.
Und die tote Kuh vom letzten Sommer lag immer noch neben einem kleinen Bach - unverändert. 

Ich genoß den dreistündigen Ausritt in vollen Zügen, heute ritt ich nicht Orio, sondern einen großen Paint-Hengst. Kein gut ausgebildetes, aber sehr symphatisches und hübsches Pferd.
Zurück an der Ranch begrüßte mich mein Truck mal wieder mit einer Panne. Battery empty, aber diesmal wirklich bis zum letzen Elektrödchen, noch nicht einmal der Türschließmechanismus tat es mehr. Natürlich gab es weder eine Batterieladegerät noch Starterkabel auf der Ranch.
Linda, Greggs Freundin, kam auf der Ranch an. Sie fuhr mit Gregg nach Hulett, um einkaufen zu gehen und versprach zu versuchen, irgendwo ein Starterkabel zu leihen.
Als die beiden um fünf immer noch nicht zurück waren holte ich mir mein Pferd, um den abendlichen Kontrollritt zu den Kühen zu machen, bevor es dunkel wurde. Man brauchte ca. eine Stunde, um alle Senken und Canyons zu prüfen und nach kalbenden Kühen zu suchen. Aber ich sah nur unsere drei Kälber und zwei weitere tote Kühe, die schon vor einigen Monaten verstorben waren - also keine besonderen Vorkommnisse. 
Linda und Gregg brachten tatsächlich ein Starterkabel mit, beim zweiten Versuch sprang mein Truck an. Same procedure again than Wickenburg: ich ließ den Motor laufen, bis die Batterie aufgeladen war. Geplant war eine Stunde, aber ich muss gestehen - ich vergaß den Truck. Nach zweieinhalb Stunden sollte die Batterie nun voll sein ...
Nun hätte ich bloß gerne gewußt, womit sich die Batterie überhaupt entladen hatte. Vielleicht sollte ich mir doch ein paar eigene Starterkabel kaufen.

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Last Update: 03/2000 
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